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Kapitel 880 / Einerlei

Auch der heutige Tag ist irgendwie rumgegangen. Der Banker hat sich gemeldet und erzählt, dass es wohl in der nächsten Woche neue Möglichkeiten der Überbrückung/Hilfe/wie auch immer geben wird oder geben soll. Wobei er sagte, dass es letztlich auch nur Kredite sind, die dann wieder zurückbezahlt werden müssen. Da ich noch einige Euronen im Sparstrumpf habe, wurde ich der 2. Kategorie zugeordnet. In der 1. Kategorie sind wohl all diejenigen, die schon jetzt keinen Cent mehr zum Überleben haben – diese werden dann seitens der Bank als erstes bearbeitet.

Ehrlich gesagt, es widerstrebt mir absolut, mir einen Kredit ans Bein zu binden, von dem ich heute gar nicht weiß, wie ich den jemals zurückzahlen soll. Aber das kann ich mir ja noch überlegen, ob ich das machen möchte oder nicht. Erst einmal stehe ich auf der Liste der Leute der 2. Kategorie.

Dann habe ich heute auch kurz mit meinem Vermieter gesprochen. Er hat selbst eine Firma und auch ihm brechen die Aufträge weg. Er hat gesagt, dass ich mich rechtzeitig bei ihm melden soll, wenn es mit der Mietzahlung Schwierigkeiten geben sollte, so dass wir dann eine Lösung finden können. Danke, lieber Vermieter!

Auch mit einigen Kunden habe ich telefoniert: denen geht allen die Muffe und alle haben massive Probleme und alle hoffen, dass die Krise möglichst schnell wieder vorbei geht.

Auch den vorerst letzten Auftrag habe ich heute abgearbeitet – Scheißgefühl! Morgen muss ich dann alles verpacken und auf die Reise schicken. Das ist schon echt bitter.

Dann werde ich mich in den nächsten Tagen vorrangig darum kümmern, dass die Werkstatt mal komplett ausgemistet wird, um Platz zu schaffen für neue Ideen.

Ansonsten ist deutlich weniger los auf den Straßen und irgendwie läuft das Inet merklich langsamer als gewohnt.

So, Feierabend für heute :)

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Kapitel 879 / Nachlese

Hiermit deklariere ich den heutigen Tag einfach mal als meinen persönlichen Tag 0 der Krise.

Tatsächlich habe ich noch am Nachmittag versucht, einen Menschen bei meiner Bank zu erreichen. Leider erfolglos. Zwar wurde mir zugesichert, dass sich der Mensch telefonisch bei mir melden würde, aber das ist nicht geschehen… naja, vielleicht schafft er es ja am Mittwoch.

Erstaunlicherweise ist das ganze Inet voll von Versicherungen, dass es keine Einschränkungen bei der Versorgung mit Lebensmitteln etc. geben würde – hm, komisch, dass es auch heute wieder keine Milch, keine Eier usw. käuflich zu erwerben gab. Wobei ich zugeben muss, dass ich nur beim ortsansässigen Lidl vorstellig wurde, da es mir absolut widerstrebt wie eine Irre unzählige Läden abzuklappern. Ich hoffe einfach das nächste Mal vor vollen Regalen zu stehen. Anzumerken bleibt noch, dass der Discounter gähnend leer war – was zum einen diverse Regale und zum anderen die Anzahl der Kunden betraf.

Was ich so gar nicht verstehe ist, warum der von mir so geliebte Blumenladen schließen musste. Ich meine, gönnt man mir jetzt nicht einmal mehr ein paar bunte Blümchen? Vor allem: der Laden ist groß, selten mehr als 2 – 3 Kunden, eine große Tür immer sperrangelweit geöffnet… warum muss der zumachen. Im Baumarkt dürfen sich die Leute doch auch an der Kasse drängeln und Blumen kaufen. Beim Friseur darf man sich sogar für eine relativ lange Zeit im direkten „Körperkontakt“ hübschen lassen…

Und hier noch eine Bestandsaufnahme nicht gehamsterter Dinge:

4 Pk Senseo Kaffee (das ist der Grundbestand im Rabenhaus seit Jahren)

1 Pk Vollmilch bereits geöffnet

1 1/2 Pk Knäckebrot

6 Rollen Toilettenpapier

Und zu guter Letzt: Der Marsianer, Mark Watney muss mal wieder herhalten!

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Und für alle, die heute auch keine Blümchen kaufen konnten:

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Blümchen für alle!

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Kapitel 878 / Spärlich

So, da wäre ich also, Rabea Rabenhaus im 10. Jahr meiner Selbständigkeit… diese sich jedoch auf Grund der globalen Viruskrise aktuell von ganz allein an die Wand fährt. Supi! Und während Großunternehmen und Konzerne von Abermilliarden Euronen profitieren, die flächendeckend seitens der Politik verteilt werden, gibt es für Kleinstunternehmen keine Hilfe. Klar, ich kann zu meiner Bank rennen und einen Kredit beantragen – wobei ich da so meine Zweifel habe, diesen überhaupt zu bekommen, da ja niemand so wirklich weiß wie lange diese Krise andauern wird und ob ich es „hinterher“ auch schaffen werde den Kredit zurückzuzahlen.

Und dann gibt es im Inet auch unzählige absolut unqualifizierte Kommentare in Bezug auf Soloselbständige resp. ihrer Minifirmen, so ganz unter dem Motto: selber Schuld… da werden viele von den Bach runtergehen, weil sie eh keine Marktberechtigung haben… hätten sie mal vorgesorgt… usw. usf… Ich wünschte mir nicht nur in Krisenzeiten, dass dererlei Schmalhirne einfach ihre Schnauze halten – aber egal.

Doch neben all meinen Existenzängsten macht sich auch sowas wie Trotzigkeit breit. Wobei ich nicht wirklich daran denke, Gemüse als Selbstversorger anzupflanzen, da ich tatsächlich nicht weiß, ob ich in einigen Monaten die Früchte dieser Arbeit noch auskosten kann – also, ob ich mir das Rabenhaus noch so lange leisten kann. So gilt es eher die vorhandenen Kapazitäten nunmehr auf andere Kanäle zu lenken. So haben das Kleine Schwarze und meine Wenigkeit schon seit langer Zeit vor, Etsy als Verkaufsplattform zu nutzen. Tatsächlich habe ich auch schon das eine oder andere Stückchen dafür hergestellt, aber bisher nie die Zeit und die Muse gefunden, mich wirklich darum zu kümmern, was es bedeutet bei Etsy etwas zu verkaufen. Und klar, ich rechne nicht damit, dass ich meine fehlenden Umsätze damit ausgleichen kann, aber nichts zu tun ist in dieser schwierigen Lage auch keine Lösung. Es widerstrebt mir zutiefst, mich einfach in einer x-beliebigen Ecke zu verkriechen und Trübsal zu blasen… auch wenn es mich gelegentlich reizt, genau das zu tun.

Also, in diesem Sinne: Bleibt gesund! Und Kopf hoch, auch wenn der Hals schmutzig ist!

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Kapitel 877 / Eindringlich

Und dann war da noch die kaputte Scheibe in der Hintertür, die offensichtlich in einbrecherischer Absicht zerstört wurde. Und das, obwohl ich in der besagten Nacht bis 2 Uhr in der Werkstatt gearbeitet habe und auch ansonsten mehrere Räume auch des nächtens immer hell erleuchtet sind und mein Auto keine 4 Meter von der o.g. Tür entfernt im Carport stand… Den Schaden an dem Fenster habe ich allerdings erst am nächsten Vormittag entdeckt. Nunmehr frage ich mich, ob Einbrecher es tatsächlich riskieren in ein Haus einzusteigen, obwohl ganz offensichtlich jemand zuhause ist…

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Und nein, das ist kein Foto von der Tür…

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Und nein, ich habe mir für das neue Jahr nicht vorgenommen diesen Keller aufzuräumen!

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