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Posts Tagged ‘Depressionen’

Nachfolgender Text ist aus dem Jahr 2000 – damals ging es mir nicht gut. Auf der Suche nach der Wahrheit, dem Sinn des Lebens und meiner selbst, hatte ich hin und wieder Texte verfasst. Diese Texte sind einfach nur eine Momentaufnahme meiner damaligen Verfassung…

Auch wenn es mir seit vielen Jahren wieder gut geht und ich die dunkle Zeit, wie ich sie nenne, schon lange hinter mir gelassen habe – die Texte von damals habe ich alle noch. Sie sind ein Teil von mir und jeder einzelne war wichtig für mich – und ist es bis heute.

Manchmal…

…manchmal sitze ich nur da – gedankenverloren. Mein Blick tastet sich durch den Raum, um für Sekunden nur zu verweilen, flüchtig streifend jeden Quadratzentimeter Formen und Farben, Licht und Schatten.

… manchmal lausche ich dem Nichts der dunklen Nacht – sehnsüchtig nach Ruhe und Harmonie. Aller Hektik für wenige Stunden entflohen, träum ich mich fort.

…manchmal kriecht die Angst in mir hoch, es nicht zu schaffen, mein Leben in lebenswerte Bahnen zu steuern. Scheinbar unfähig zu handeln, ohnmächtig verharrend schau ich mir zu.

…manchmal wache ich nachts auf – starr vor Entsetzen über Träume, die so grausam keiner sich wirklich je ausdenken würde. Momente grenzenloser Einsamkeit.

…manchmal finde ich mich wieder – in fast kindlicher Freude über Winzigkeiten. Für Augenblicke der Welt entflohen nehm´ ich es dankbar hin, glücklich zu sein.

…manchmal frier´ ich vor Einsamkeit – qualvoll entbehrend jegliche  Nähe und Geborgenheit. Lähmende Kälte satt das, was mir immer am wichtigsten war.

…manchmal bin ich meines Lebens so müde – so ganz ohne Hoffnung. Vor dem Spiegel stehend und mich fragend, was willst du noch hier, sehe ich Tränen über ein Gesicht laufen.

Rabea / 04.2000

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Katja hat sich hier gewünscht, dass der Umgang mit der Krankheit Depressionen normal wird, damit Menschen, die von dieser Krankheit betroffen sind, offener mit ihrer Krankheit umgehen können.

So möchte ich meinen kleinen Teil dazu beitragen, dass das Thema auch hier auf meinem Blog in regelmäßigen Abständen Beachtung findet – da auch ich glaube, dass es wichtig ist, dass das Thema Depressionen nicht todgeschwiegen wird und nur immer dann in den Medien Beachtung findet, wenn etwas Trauriges passiert ist. Ein unbefangener Umgang mit der Krankheit hilft den Betroffenen und sicher auch deren Partnern, Angehörigen, Freunden, Kollegen…

Selbst litt oder leide ich nicht an Depressionen. Doch es gab vor vielen Jahren eine, wie ich sie nenne, dunkle Zeit in meinem Leben. Ich kann mir vorstellen, dass nicht wenige Menschen im Laufe ihres Lebens so eine Zeit durchmachen. Womöglich begründet in großen Sogen oder Problemen, Krankheit, Trennung vom Partner oder Verlust eines geliebten Menschen. Was auch immer. Ich habe nicht Psychologie studiert und weiß daher nicht, warum Menschen an Depressionen erkranken… oder wann „das Maß voll ist“ und wann oder warum aus einer dunklen Zeit eine Depression wird. Oder ob eine dunkle Zeit überhaupt jemals in eine Depression münden kann.

Ich finde es sehr bemerkenswert, dass sich Katja entschlossen hat, auf ihrem Blog offen über ihre Depression zu schreiben. So gibt sie mir die Möglichkeit, mehr über die Krankheit zu erfahren – nicht das Sachlich-Fachliche, sondern die menschliche Seite der Krankheit. Sie hilft mir, sie und ihre Krankheit besser zu verstehen. Und sicher macht sie anderen Betroffenen Mut, offener mit ihrer Krankheit umzugehen.

Damals habe ich meine dunkle Zeit auf die einzige, mir gebotene Weise verarbeitet: ich habe gepixelt, geschrieben und gescribbelt. Daraus entstand „Der Worte blasser Klang“ – meine ganz persönliche Aufarbeitung meiner dunklen Zeit… sie ist mir bis heute unendlich wertvoll. Und „Der Worte blasser Klang“ ist für mich der Inbegriff des Verstehens, des Werdens und der Hoffnung – und so werde ich meine Beiträge unter diesen Stern stellen…

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Und damit ich nicht vergesse, regelmäßig das Thema aufzugreifen, packe ich das jetzt mal für mich als Gedächtnisstütze da rechts in die Leiste…

Aus der Zeit damals stammen auch die folgenden Zeilen, die ich seinerzeit von einem lieben Menschen bekam… Ich gebe sie an alle weiter, die hier lesen:

Ich wünsche Dir,
dass Du Dir Dein Gespür bewahrst,
für die leisen Töne des Lebens,
dass Du zart sein kannst im Umgang mit Menschen und genau,
offen für ihre Not und sensibel für die Dinge,
derer sie bedürfen.

Ich wünsche Dir,
dass immer dann ein Mensch für Dich da ist,
wenn Du Dich selbst nach
Hilfe, Verständnis und Nähe sehnst.
Ich wünsche Dir,
dass Du Dich aufgehoben weißt in Freundschaft und selbstloser Liebe.

Ich wünsche Dir,
dass Dir auch aus den Dingen heilvolle Kräfte erwachsen,
die Du als eigenes Versagen erlebst,
sowie aus denen,
die Dich schmerzen, und Dich Schuld empfinden lassen,
die Dich so oft niederdrücken.

Ich wünsche Dir,
dass Du eines Tages spürst,
nicht vergeblich gelitten zu haben,
dass Du auch in den dunklen Stunden Deines Lebens
letztlich einen Sinn erkennst.

Und ich wünsche Dir,
dass Du irgendwann durch alle Tiefen und Abgründe hindurch
Deinen Weg gehen kannst und
den Weg zu Deiner Ganzheit findest.

(Verfasser unbekannt)

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